Zeittafel

Edo-Epoche
von 1600 bis 1868

In der Schlacht von Sekiga-hara reißt der General TOKUGAWA Ieyasu im Jahr 1600 die Macht an sich und wird wenig später vom Kaiser GO-YOZEI zum Shogun ernannt. Als Regierungssitz sucht sich Tokugawa das Fischerdorf Edo aus, aus welchem später die Millionen-metropole Tokyo entsteht. In dieser Zeit wird der Handel mit Korea, Großbritannien oder China nahezu beendet und man beginnt sich beim Güteraustausch auf die Europäer zu beschränken. Es folgt eine fast vollständige Isolation Japans, unter der die Wirtschaft des Landes jedoch eine Blüte erlebte.
Wohlhabende Kaufmänner nehmen an Einfluss und Reichtum zu, es entsteht eine bürgerliche Kultur und die Vergnügungsviertel locken mit neuen Künsten, wie etwa dem Kabuki Theater und dem realistischen Bunraku Puppenspiel. Lyrik und Romane erscheinen erstmals in Buchform. Die Edo Periode ist über weite Strecken eine Epoche des Friedens, in der die Samurai ihren Kriegerberuf gegen den eines Verwaltungsfachmanns eingetauscht haben.
Der erste Ausländer, der zum Samurai und zum Berater Tokugawas ernannt wird, ist der englische Seefahrer William Adams, von welchem sich der Shogun Kenntnisse von Navigation, Schiffbau und den Zustanden im Westen erhofft. Im Jahr 1614 beginnt eine hartnäckige Christenverfolgung, welche sich in der Zerstörung von Kirchen, Verbannungen, Gefangennahmen und Hinrichtungen äußerte.
Ab 1635 durfte kein Japaner das Land verlassen und auch kein in der Fremde lebender zurückkehren. Es beginnt die Zeit des „verschlossenen Landes“, welche bis 1854 anhält und deren Ursache die Angst der japanischen Regierung vor einer Christian-isierung des eigenen Landes mit einer Unter-werfung durch den Westen gewesen war.

Erstmals 1721 gerät das Tokugawa Regime unter Druck, als Missernsten dazu führen, dass der Sold der Samurai nicht mehr voll ausgezahlt werden kann. Die angeord-nete Sparsamkeit führt zu einem rapiden Autoritätsverlust, doch stärker hat die Landbevölkerung unter der erdrückenden Steuerlast und unter dem Nahrungsmangel zu leiden. Als weitere Missernsten folgen, kommt es zu Bauernaufständen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts versucht der russische Zar über Hokkaido Handelsbeziehungen mit Japan zu eröffnen, scheitert jedoch wie andere ausländische Schiffe in den japanischen Gewässern an der Ablehnung durch das Bafuku. Als Antwort wird die Küstenverteidigung ausgebaut. Fremde Schiffe sollen versenkt und ihre Besatzung hingerichtet werden.
1853 kommt es mit der Ankunft der „Schwarzen Schiffe“ zur gewaltsamen Öffnung Japans. Aus Angst vor der Unterwerfung durch den Westen, bestellt das Tokugawa Regime Waffen und Kriegsschiffe in den Niederlanden und richtet neben einer Militärakademie auch ein Übersetzungsbüro ein. Bis zum Ende der Edo-Epoche nimmt die Macht des Shogunats immer mehr ab.