Tag 6 am frühen Morgen in Yuikos Zimmer

28. Juli 2007
Erstaunlich: Yuikos Wecker hat schon sechs Mal geklingelt; immer eine andere Melodie; und sie ist immer noch nicht wach. Ob das wohl in der Familie liegt?
Ich werde später von meinem Gastvater zu der Gruppe gefahren, nachdem diese den Berg Kuragake bestiegen haben, sodass ich dann mit den anderen zusammen zu den heißen Quellen fahren kann. Eigentlich hätte Herr Kumagai, der mich sonst immer fährt, auch eine kleine Aufmerksamkeit verdient.
Eigentlich wollte ich gestern noch davon berichten, dass mein Freund mich vorgestern Abend angerufen hat, kurz bevor ich schlafen wollte. Die acht Minuten, die wir telefoniert haben, empfand ich als sehr kurz. Vielleicht weil ich die meiste Zeit geredet habe. Aber dass er mich vor meinen Eltern in Japan angerufen hat, erstaunt mich.
Mein Gastvater hat mir gestern ein T-Shirt und ein Basecap mit dem Aufdruck Hockey@Iwate geschenkt. Ich wusste nicht, dass grün auf orange so gut aussieht.
Ich werde dann mal Yuiko wecken, um in Erfahrung zu bringen, wann wir denn losfahren. Außerdem würde ich gerne duschen. Mal sehen, ob mir das gelingt, was meine Gastmutter morgens noch nie geschafft hat?

Tag 7 in der Lobby der Turnhalle

29. Juli 2007
Ich bin gestein leider nicht mehr dazu gekommen, ins Tagebuch zu schreiben. Die freie, mir zur Verfügung stehende Zeit habe ich mit schlafen verbracht. Hoffentlich ist meine Gastfamilie mir deshalb nicht böse ...
In den Onsen war es herrlich, wenn auch zunächst ziemlich heiß. Es war ein getrenntes Schwefelbad. Nach dem Säubern im Sitzen sind wir nach draußen gegangen. Als uns so richtig warm wurde, hat es angefangen zu regnen – das war eine willkommene Abkühlung.
Anschließend, wir hatten alle ziemlich rote Beine, sind wir nach Koiwai gefahren; dabei handelt es sich um einen Milchproduktefreizeitpark, wo wir leider nur zu Mittag gegessen haben. Das Barbeque gestaltete sich durchaus interessant: In der Mitte des Tisches war eine schwarze, heiße Platte, auf die man Fleisch und Gemüse legte, welchen binnen wenigen Minuten gar war. Gestört hat mich nur das ganze Fett, an welchem ich mich ein paar Mal verbrannt habe.
Bei meiner Gastfamilie angekommen, schließ ich erst einmal etwa zweieinhalbe Stunden. Zum Abendessen fuhren wir nach Morioka, wo wir meinen Gastbruder und meine Gastmutter abholten. In einem Kaufhaus nur für Souvenirs bekam ich ein Furin, eine Art Windspiel für umgerechnet 20€. Ich durfte es mir selber aussuchen. Extra für mich wurde in dem Restaurant deutsche Kost aufgedeckt. Als Vorspeise gab es Würstchen, dann Pizza, eine Suppe und anschließend Kartoffeln mit Fleisch und Sauce.
Am Abend rief meine Mutter an und mit den Nachbarn machten wir Feuerwerk. Vor dem Schlafengehen packte ich meine beiden Koffer, bis ich halb 11 endlich zu Bett gehen konnte.

Tag 7 im Bett des Metropolitan Hotels

29. Juli 2007
Yukie, unsere Dolmetscherin, hatte gemeint, dass die Zimmer in diesem Hotel so klein seien, dass wir unsere Koffer nicht öffnen könnten. Ich dagegen finde sie sehr geräumig. Bastis Zimmer ist direkt nebenan. Hoffentlich unterlässt er die Klopfgeräusche, wenn ich schlafen will.
Das Kennenlernen der Sportarten Karate, Naginata und Kendo war super interessant. Jede Gruppe hat ihre Kampfkunst vorgeführt und anschließend konnten wir einige Grundschritte selbst lernen. Zusammen mit Basti habe ich dann die gesamte Kendorüstung angelegt bekommen, geübt und anschließend haben wir uns die Bambusschwerter um die Ohren gehauen. (Leider musste ich ohne Brille kämpfen ...) In der Zwischenzeit haben die anderen mit den Kindern deutsche Fangspiele gespielt. Yukie hat brav übersetzt. Über die Süßigkeiten haben sich alle gefreut.
Nachdem wir dort in der Halle geduscht hatten, aßen wir im Dorf der Handarbeiten mal wieder typisches japanisches Essen. Ich habe zum ersten Mal Ramen probiert!. Nach einer kleinen, deftigen Nachspeise, haben wir unter Anleitung ein Pferd aus Stroh gebastelt. Anschließend hatten wir eine Stunde in einem Einkaufszentrum verbracht, wo sich Basti eine Tom Cruise Sonnenbrille für etwa 20€ gekauft hat und wir im Purikura ein Klebefoto von uns acht haben machen lassen.
Gleich treffen wir uns zur Sayounara Party. Chiharu bekommt dann endlich ihr geliebtes Nutella. Anschließend folgt dann noch der heiß ersehnte Besuch in einer Karaoka-Bar.

Tag 8 auf das Frühstück wartend

30. Juli 2007
Die Nacht war kurz. Für meinen Geschmack viel zu kurz. Wir haben etwa bis halb zwölf, also zwei Stunden, in der Karaoke Bar verbracht. Ich bin immer noch heiser vom lauten Singen. Da mein Hals sowieso von dem Schnupfen betroffen war, habe ich wohl keinen einzigen Ton getroffen. Zusammen mit Chiharu und Yoko, die uns die Technik erklärt haben, hatten wir richtig viel Spaß!
Als wir zurück im Hotel waren, bin ich noch zu Basti uns Zimmer, welches ja direkt neben meinem liegt. Wir haben uns ein bisschen unterhalten und Bilder, die er von seiner Kamera auf Anna-Lenas Laptop gespielt hat, angesehen. Er hat mir unter anderen auch verraten, warum er die letzten Tage so traurig war. Ich hoffe, dass er versucht das klar zu stellen, wenn er zurück in Deustchland is. Auf jeden Fall solle er den rest seines Japanaufenthaltes sich davon nicht vermiesen lassen. Ich werde versuchen, ihn ein bisschen abzulenken. Ich bin dann gegen Dreiviertel eins in mein Zimmer zurück und bin wohl auch sofort eingeschlafen.

Zusammen mit den anderen Mädchen teile ich mir im Iwaki Youth Hostel (oder so ähnlich) ein typisch japanisches Zimmer mit Tatamimatten und Futons. Um halb sechs treffen wir uns zur Begrüßungsfeier in der Lobby. Die weiteren Tage werden wir in dieser Unterkunft verbringen. Der Abschied fiel den meisten von uns schwer. Besonders Jackie Chan und Chuc Norris werden wir vermissen. Vielleicht kommt Saito nach Tokyo oder besucht uns in Akita. Zum Mittag gab es deutsche Kost.
Wir warten auf die Gruppenleiterin, um für morgen alle Vorbereitungen zu treffen. Einer der Verantwortlichen hat uns die Fitnesshalle ausgeschlossen, wo wir uns so richtig austoben konnten. Anna-Lena hat es sich als Einzige in einem Massagesessel bequem gemacht und unsere Anstrengungen mit der Kamera für die Nachwelt festgehalten., Basti musste es natürlich mal wieder übertreiben. Wenn ich mich so mit ihm vergleiche, komme ich mir ziemlich mickrig vor. Morgen erwartet uns ein volles Programm mit Tempelbesichtigung und vielem mehr.

Seite 2