tradi.tion

Tradition - das bedeutet die Weitergabe von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubens-vorstellungen nicht nur an seine Kinder, sondern auch an andere Individuuen, die der gleichen gesellschaftlichen Gruppe angehören. Stets darauf bedacht, die Eigentümlichkeit Japans nicht zu gefährden, weist das Inselreich auch heute noch einen großen Schatz an Traditionen auf, welche hier im Genaueren erläutert werden sollen.

Teeremonie
In Japan nimmt man nicht einfach - wie etwa in England - bei einem gepflegten Gespräch einen würzigen Tee zu sich, sondern verweilt schweigsam in meditations-ähnlicher Position und betrachtet die Zusammenkunft als Zeremonie. Mehr?
Kalligraphie
Sowohl für das "Schreiben" als auch für das "Zeichnen" wird ein und derselbe sprachliche Ausdruck - wenngleich die Kanji sich unterscheiden - verwendet. Zeichnen und Schreiben finden ihre Vollendung in der japanischen Kalligraphie.
Origami
Origami - die Kunst des Papierfaltens. Besonders bekannt ist der tsuru (Kranich), doch es gibt auch weitaus leichtere Faltfiguren, mit denen sich die Japaner die Zeit vertreiben. Nachahmen erlaubt!
Ikebana
Dekorative Blumenkombinationen, die die tokonoma, die Schmucknischen in traditionell japanisch gebauten Häusern verzieren, und die Kunst, diese in präziser Handarbeit herzustellen, nennen die Japaner Ikebana.
Malerei
Zwei typische "Kunstrichtungen" der frühen japanischen Kunstgeschichte sind bis heute bekannt und werden - wenn auch mit moderneren Verfahren und meist als Mischformen auftreten, immer noch "erschaffen": Das Tuschebild, mit seinen zahlreichen Nuancen und das Trennwände verzierende yamato-e.
Lyrik
Wer über ein solides Grundwissen über Japan verfügt, dem sagen sowohl der Begriff "Haiku" als auch ihr "Erfinder", Matsuo Basho, etwas. Neben diesen Scherzgedichten gibt es allerdings noch eine Vielzahl anderer, meist benutzt, um ungemerkt Kritik an der Herrschaftsform des Shogun zu üben.

Geisha
Künstlerinnen und Unterhalter-innen, hinreißend geschminkt und anmutig in jeder einzelnen Bewegung. Kein Wunder, dass die Geisha von den frühen Westlern als teure Kurtisanen betrachtet wurden und die so ein eher negatives Bild des japansichen Orients in europäischen Köpfen auslösten.
Figuren und Puppen
Die bekannteste Figur ist wohl der Daruma - auch als "Steh-auf-Männchen" bezeichnet. Wie der Daruma so sollen auch andere Puppen dabei helfen, Wünsche zu erfüllen, Glück zu bringen, oder Geister abzuhalten. Jede Region Japans hat ihre eigenen, die daher oft zu Mitbringseln werden.
Gartenkunst
Alles soll so aussehen, wie zufällig von der Natur geschaffen und doch dem Ausdruck des Perfektionismus entsprechen. Jeden Tag die gefallenen Blätter des Herbstbaumes aufsammeln, nur um der Ästhetik Willen? In Japan Gang und Gebe.
Hochzeitszeremonie
Nein, nicht alle Japaner heiraten auf Hawaii. Einige ziehen die traditionelle Variante vor. Bis zum 25. Lebensjahr sollte die Frau verheiratet sein. Ansonsten gilt sie als "verdorben", wie der Weihnachtskuchen, der spätestens am 25. Dezember schlecht ist ...
Tempelbesuche
Ob Tempel oder Schrein, ob Anhänger des Buddhismus oder Shintoismus (Japaner sind meist beiden ...), gewisse Regeln beim Besuch eines solch heiligen Orten sind zwingend einzuhalten, um nicht den Zorn der Gottheit auf sich zu lenken ...
Geschenke
In Japan werden zu nahezu jeder Gelegenheit Präsente ausgetauscht. Das Geben und Nehmen beruht stets auf Gegenseitigkeit und endet meist in einem Teufelskreis: Ob zur Hochzeit oder zur Geburt des Kindes, immer werden äquivalente Gegenleistungen erwartet.