Benehmen bei Tisch

Japaner veranstalten sehr gerne Trinkorgien. Dafür brauchen sie keinen Grund. Schüler und Lehrer, Geschäftpartner sowie Chefs und ihre Mitarbeiter gehen oft abends zusammen etwas trinken, um eine lockere Atmosphäre zu schaffen und die Rangunterschiede für kurze Zeit bei Seite zu schieben. Wird man von seinem Chef zum Trinken eingeladen, sollte man nicht absagen, da dies als respektlos gedeutet werden könnte. Auch wenn man ungern oder überhaupt keinen Alkohol zu sich nimmt, sollte man die Einladung annehmen und zur Not nur kurz an dem Getränk nippen. Deutsche gelten in Japan als trinkfest. Sollte daher einer behaupten, er vertrage keinen Alkohol, wäre dies für die Japaner mehr als unglaubwürdig.

Bevor man mit der Mahlzeit beginnt, sagt man „itadakimasu“, was wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie „Ich bekomme“. Nach Beendigung bedankt man sich für das Mahl. Schlürft man beim Essen, so zeugt das weder von einer schlechten Erziehung noch von Unhöflichkeit, sondern zeigt dem Gastgeber, dass es einem schmeckt. Schlürft man dagegen nicht, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass die Mahlzeit einem wenig gemundet hat.
Weiterhin sollte man bei Tisch folgendes beachten: Man schenkt sich nie selbst nach, da dies egoistisch aufgefasst wird. Das übernimmt stets der Nachbar. Sollte man daher keinen Durst mehr haben, ist es ratsam, einen Schluck im Glas zu lassen, damit nicht nachgeschenkt wird. Außerdem sollte man es vermeiden, seine Stäbchen im Reis stecken zu lassen. Das könnte an die Räucherstäbchen für die Toten erinnern und bringt Unglück.