Second Part >> Countious Coincidence

Ein leichter Wind wehte durch den Fensterspalt in Rays verdunkeltes Zimmer und brachte eine Brise kühler Winterluft mit sich. Fröstelnd zog sich das 15-jährige Mädchen die Decke ganz über den Kopf und versuchte, die immer lauter werdenden Geräusche des beginnenden Tages zu ignorieren. Irgendwo in ihrer Straße lief der Motor eines Autos warm, ein bellender Hund jagte vergebens einer kleinen schwarzen Katze hinterher und allmählich schien die ganze Welt um sie herum zu erwachen, obwohl es kaum dämmerte. Grummelnd setzte sich Ray ruckartig auf und warf einen flüchtigen Blick auf den Wecker hinter ihr: Halb 6. Als sie aufstehen und das Bad oder wenigstens die Toilette in Beschlag nehmen wollte, wäre sie beinnahe über zwei große gepackte Taschen stolperte. Plötzlich hielt sie inne und ließ sich grübelnd zurück auf ihr Bett fallen. Vor etwa zwei Monaten hatte sie ihn erhalten; den „Blauen Brief“, dessen Inhalt sie eigentlich gefürchtet hatte. Dunkel erinnerte sie sich an die geschriebenen Worte. „Auf Anraten eines hochgeschätzten Lehrkörpers und Mitgliedes unseres Rates, haben wir uns dazu entschlossen, Ihnen ein Auslandsstipendium zu ermöglichen. Ihr Reiseziel wird Japan sein.“, gähnte Ray herzhaft und wischte sich den restlichen Schlafsand aus den Augenwinkeln, ehe sie weiterdachte. „Bei näheren Informationen wenden Sie sich an ... Bitte senden Sie die beigelegten Formulare ausgefüllt an die oben genannte Adresse. Einen schönen Aufenthalt wünscht Ihnen ...“, wagte sie einen weiteren Versuch und setzte ihre Füsse zögernd auf die freien Stellen zwischen ihren Gepäckstücken, um sich so bis zur ihrer Tür zu hangeln. Dem Schreiben beigefügt lagen unter anderem alle benötigten Dokumente für ein Schuljahr im Ausland. Alles war soweit erledigt. Heute sollte Rays letzter Unterrichtstag in Deutschland beginnen, doch vorher verschwand sie verschlafen im Badezimmer.